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Machtpolitiker. Was für ein Wort! Hat mehr als nur ein Viertelpfund Ideologie im Tornister.

Was eigentlich erstmal nichts ist als eine Tautologie – ein Politiker ist Teil der Macht und übt diese administrativ aus. Punkt. -, transportiert aber mehr, als auf den ersten Blick klar ist.

Machtpolitiker werden hierzulande all jene genannt, die, aus welchen Gründen auch immer (darüber wird natürlich nicht gesprochen, aus Absicht und/oder Unwissenheit), in Ungnade gefallen sind (beim wem eigentlich?). Putin ist ein Machtpolitiker. Kim Jong Un ist ein Machtpolitiker. Unsere Politiker sind natürlich keine (höchstens manchmal ein bisschen, aber das auch nur temporär). Sie sind nur Politiker. Volksvertreter (auch so ein Wort…).

Dieser Begriff teilt die Welt in Gut und Böse, damit man das auch schnell erkennen kann. Praktisch, man muss sich gar nicht erst lange und umständlich um Grund und Zweck des verteilten Prädikats kümmern. Gar nachfragen, ob diese Bestimmung eigentlich zutreffend ist. Den Atlantikbrücken-Journalisten fließt er mittlerweile ohne Nachdenken aus der Feder. Das wird von ihnen auch so erwartet. Dem Bürger, der seine Lektion gelernt hat, dient er als bestätigender Hinweis, dass man sich denktechnisch noch in der richtigen Schublade befindet. Das gibt einem einen Standpunkt.

Putin ist böse, wo er doch Machtpolitiker ist, schließlich steht es so in der Zeitung und in den einen überflutenden Radionachrichten hört man es allenthalben (meistens schon alle halbe Stunde. So geht Brainwashing!). Nicht zu vergessen, dass Machtpolitiker meistens Regimen vorstehen, keinen Regierungen.

Machtpolitiker. Ein Begriff aus der Werkzeugkiste der Herrschaftstechniken, Abteilung Aktualindoktrination. Wem er bedenkenlos über die Lippen geht, verrät damit seine Denkungsart.

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